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ZELT oder BIWAKSACK

 

Auf manchen meiner vorgestellten Touren gibt es keine Möglichkeit in einer Hütte zu übernachten. Für diesen Fall brauchen sie ein Zelt oder ein Biwaksack (je nach Wetterlage).

 

Was ist bei Übernachtungen in Freien zu beachten. Das Zelt oder der Biwaksack sind ein Schutz vor der nächtlichen Ausstrahlung. Würde man sich z.B. nackt an einen Strand bei +30°C legen, kann man auch erfrieren. Erst ab einer Temperatur von 33°C können Menschen ohne Schutz im Freien übernachten. Deshalb haben wir zum Schlafen auch Schlafsäcke und Kleidung an um eben diese Ausstrahlung zu unterbinden. Selbst wenn es im Gebirge +20°C in der Nacht hat, braucht man zumindest eine Isomatte und einen Schlafsack. Das Zelt, bzw. der Biwaksack helfen noch zusätzlich die Ausstrahlung zu unterbinden. Man beachte auch, dass wenn man z.B. im Wetterbericht liest, daß es in 2000m 20 Grad hat, dass das die Temperatur in freien Atmosphäre ist. So kann es in Bodennähe unter Tags deutlich wärmer sein (Sonneneinstrahlung), in der Nacht kühlen die  Bodennahen Luftschichten jedoch schnell ab und so kann man sogar bei positiver Lufttemperatur alleine durch die Ausstrahlung Eisbildung und Raureif haben und da der Mensch ja am Boden schläft, gelten für uns nicht die Temperaturen in der freien Atmosphäre sondern die Lufttemperatur in 5cm Höhe!

 

Es ist daher sinnvoll sich nie in Täler, Senken oder Dolinen zu legen, da sich dort die Bodennahe Kaltluft in der Nacht ansammelt. Selbst an windigen Tagen, kann sich in der Nacht ein bodenneher Kaltluftsee ausbilden! Die besten Plätze zum biwakieren sind an Berghängen oder besser noch auf Kuppen oder Gipfeln, da man dort nicht vom bodennahen Kaltluftstrom betroffen ist.

 

Rechtlicher Hinweis zum Biwakieren! Es ist in Österreich verboten (!) sich nach Einbruch der Dämmerung in Wäldern zu lagern. Weiters ist es (aus verständlichen Gründen) auch untersagt im Gebirge zu zelten. Davon ausgenommen sind natürlich Notsituationen und ein Notbiwak. Wenn man also im Gebirge übernachtet, muss man sich im Klaren sein, dass man sich im gesetzlichen Graubereich befindet. Mein Appell an alle Outdoor-Freaks ist daher: Bitte zerstört die Natur nicht durch euren Lagerplatz, schaut, dass nachher wieder alles so ist, wie ihr es vorgefunden habt und hinterlasst auf keinen Fall Müll. Macht kein Feuer und wenn ihr etwas warmes zu Essen braucht, nehmt den Kocher und stellt ihn auf eine nicht flammbare Unterlage (Steinplatte). Wenn all dies Beachtet wird, wird es sicherlich auch in Zukunft ein Auge zugedrückt werden, wenn es einzelne Bergsteiger gibt, die die Nacht in der Natur verbringen.

 

HAFTUNGSAUSSCHLUSS (DISCLAIMER): Diese Angaben erheben KEINEN Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Jeder Mensch, welcher alpines Gelände betritt muß sich über seine Fähigkeiten im klaren sein! Für ungeübte empfiehlt sich daher ein Kursbesuch im Alpenverein oder die Mitnahme eines Bergführers. SOLLTEN IN DIESEM ARTIKEL FEHLER ENTDECKT WORDEN SEIN, SICH BITTE UMGEHENST BEI MIR ZU MELDEN!
 

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