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GLETSCHERAUSRÜSTUNG

 

Zu einer kompletten Gletscherausrüstung gehört ein Seil, Hüft- und Brustgurt, Steigeisen und Pickel.

 

Weshalb?

 

Das Seil dient dazu, um einen Sturz in eine Gletscherspalte aufzufangen. Die meisten Gletscher in den Alpen sind übersäht von Gletscherspalten, viele davon sind unter der Schnee- oder Eisdecke versteckt und können jederzeit bei Belastung einbrechen. Es wird außerdem empfohlen Bremsknoten (Sackstichschlingen) einzubauen, da diese den Sturz deutlich bremsen können, wenn sich das Seil in die Randkluft einschneidet. Der Abstand zwischen den Knoten sollte idealerweise bei ca. 1,5m liegen, der Abstand vom Bergsteiger zum nächsten Knoten ca. 3m. Zwischen den Bergsteigern soll ein möglichst großer Abstand bestehen (10-15m). Bei zu geringen Abständen (wie man es oft sieht), ist die Gefahr sehr groß, dass mehrere Leute in die Spalte stürzen und den Rest der Seilschaft mitreißen.  Das Seil ist unerlässlich für alle Gletscherquerungen, auch wenn man nur auf "ausgetreten" Wegen geht, eine Gletscherspalte kann immer noch darunter sein!

 

Manchmal sieht man noch, dass Bergsteiger nur mit Brustgurt (oftmals auch selbstgebastelt mit Reepschnüren) am Gletscher unterwegs sind. Abgesehen, dass man durchrutschen kann so kann es zu Todesfolgen durch einen orthostatischen Schock (Kreislaufversagen durch Versacken des Blutes in die Extremitäten) kommen! Also immer mit Hüft- & Brustgurt (auch beim Alpinklettern).

 

Steigeisen dienen (logischerweise) dazu ohne abzurutschen am Eis gehen zu können. Trotzdem kann man natürlich auch mit Steigeisen zu Fall kommen. Sollte man einmal mit den Steigeisen ins Rutschen gekommen sein, auf jeden Fall darauf achten, dass die Beine oben bleiben. Sollte man sich mit den scharfen Steigeisen verkanten, überschlägt man sich unweigerlich. Also keinesfalls mit den Füßen bremsen, dazu ist der Pickel da!

 

Manche Leute verstehen den Sinn das Pickels nicht ganz. Mit dem Pickel bremst man einen Sturz mit Steigeisen, indem man die Haue möglichst kräftig in den Schnee presst. Beim Gehen die Haue daher immer gegen die Gehrichtung halten, da ein Umgreifen während des Sturzes mit dem Verlust des Pickels enden kann. Nur bei Blankeis bremst man mit der Schaufel!

 

Im STEILGELÄNDE besteht Mitreißgefahr (z.B. Steilhangquerungen, Schneefelder). Hier empfiehlt der Sicherheitskreis des DAV (Deutscher Alpenverein) entweder nur mit Fixsicherung (Eisschraube) zu gehen (Zeitaufwand) oder ohne Seil zu gehen um so einen Unfallminimierung zu erwirken. In Feldversuchen war es meist unmöglich einen Gestürzten aufzufangen und zumeist wurde die gesammte Seilschaft mitgerissen. Das gehen ohne Seil ist sicherlich bei Bergsteigern gleichen Könnens zu empfehlen, sollten jedoch unsichere Bergsteiger in der Gruppe sein, so empfiehlt sich der Einsatz eines Seiles. Wenn keine Fixsicherung möglich ist so seilt man max. 3 Teilnehmer in kurzen Abstand (max. 2m) an, damit der Fangstoß nicht zu groß wird. Der "Sichernde" sollte hinten gehen um alle Teilnehmer im Auge behalten zu können.

 

HAFTUNGSAUSSCHLUSS (DISCLAIMER): Diese Angaben erheben KEINEN Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Jeder Mensch, welcher alpines Gelände betritt muß sich über seine Fähigkeiten im klaren sein! Für ungeübte empfiehlt sich daher ein Kursbesuch im Alpenverein oder die Mitnahme eines Bergführers. SOLLTEN IN DIESEM ARTIKEL FEHLER ENTDECKT WORDEN SEIN, SICH BITTE UMGEHENST BEI MIR ZU MELDEN!
 

 (c) stefan eisenbach | http://photos.eisenbach.at | stefan [at] eisenbach.at