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24. Februar 2002
Fahrt, Tag 3: Nordkap - der nördlichste auf Straßen erreichbare Punkt
Europas.
Noch vor
9 Uhr fahren wir weiter Richtung Norden. Bald hinter Alta fährt man über
einsame Hochflächen Richtung Nordkapp. Von Russenes führt eine schmale
Küstenstraße nach Honningsvåg, dem Hauptort der Insel Mageroya, auf der
sich das Nordkapp befindet. Somit ist das Nordkapp eigentlich nicht der
nördlichste Punkt Europas, welcher sich ein bisschen weiter südlicher am
Nordkinn befindet.
Am Weg nach Mageroya stehen
wir plötzlich vor einem Tunnel welcher mit einem Rollbalken versperrt ist.
Plötzlich öffnet sich das Tor automatisch und wir fahren in den Tunnel,
wobei sich hinter uns das Tor wieder schließt. Auf der anderen Seite des
Tunnels wiederholte sich das Spiel wieder - es lebe die norwegische
Technik.
Kurz nach dem Tunnel
versperrt wie schon gestern ein Schranken die Straße. Aufgrund starker
Windverwehungen wurde hier ein Kolonnenverkehr eingerichtet, diesmal
standen sogar die Fahrplanzeiten für den Schneepflug auf einer großen
Tafel. Nach kurzer Warterei kam tatsächlich ein riesiger Schneepflug,
welcher uns die Straße räumte.
Bald erreichten wir den
Tunnel, welcher unter dem Meer auf die Nordkappinsel Mageroya führte.
Seitdem es diesen Tunnel gibt, kann man vom Nordkapp wirklich sagen, dass
es der nördlichste, auf Straßen erreichbare Punkt Europas ist. Nachdem wir
die Gebühr von 223 NOK (für eine Richtung) bezahlt hatten, waren wir auf
Mageroya.
Die Straße weiter nach
Skarsvågen, dem an diesem Tag nördlichsten mit dem Auto erreichbaren Punkt
Europas, stellte sich als Herausforderung heraus. Trotz unserer Spikereifen
taten wir uns oft schwer die steile Straße zu meistern. Später erfuhren
wir, dass diese Straße heute das erste Mal seit einer Woche geöffnet war.
Davor war Skarsvågen nur per Snowmobile zu erreichen.
Im netten Fischerdorf
Skarsvågen angekommen, suchten wir uns nach einer Gelegenheit um, die uns
zum Nordkapp bringen könnte. Als Alois einen Mann mit einem Schneemobil
fand, fragte er den Besitzer, ob er uns zum Nordkapp bringen könnte (um
uns einen langen Fußmarsch zu ersparen). Für stolze 1000 NOK willigte der
Besitzer der Fischfabrik ein.
Nach einer 20 minütigen
Fahrt erreichten wir das Norkapp-Zentrum, welches sogar geöffnet war, da
kurz zuvor ein Bus der Hurtigroute da war (aufgrund des Windes liegt nie
viel Schnee beim Nordkapp und daher ist es auch leicht die Straße für
Busse offen zu lassen). Der Nordkapp Felsen ist wirklich eindrucksvoll.
Dreihundert Meter fällt diese Klippe direkt ins Nordmeer hinab und zu
unserem Glück zogen in diesem Moment Wale unter uns vorbei. Wir genossen
die Einsamkeit und Schönheit der Landschaft und dass wir unser Ziel
erreicht hatten ... das Nordkapp im Winter zu sehen.
Wieder zurück in Skarsvågen,
fuhren wir am schnellsten Weg zurück zum Kolonnenverkehrsabschnitt, um die
Abfahrt des Schneepfluges nicht zu verpassen. Ab Lakselv wurde die Straße
wieder breiter und weniger kurvig. Mit bis zu 100km/h ging es über Schnee
und Eis nach Karasjok, wo wir einen Platz in der Jugendherberge
vorreserviert hatten (da wir mit einer späten Ankunft rechneten).
Die Jugendherberge war die
Überraschung des Tages. Der Besitzer (Hundeschlittenweltmeister) baute
alle zwei Jahre eine kleine Hütte in seinem Waldstück und vermietet diese
selbstgebauten Hütten. Ich habe noch nie in einer
so schönen Hütte übernachtet und hätte es leicht mehrere Tage hier ausgehalten.
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